Kohlefeingut-Rückgewinnung:
Zwei kompakte Drehkolbenpumpen sorgen mit niedrigem NPSHr-Wert für optimales Dekantieren von Wasser aus einem Vakuumbehälter

Blick hinter die Kulissen

Bei der Anwendung im australischen Tagebau wird Kohlefeinstaub aus einem 25 °C warmen Wasser-Kohlestaub-Gemisch gewonnen. „Zu diesem Zweck wird das Gemisch zunächst auf horizontale Bandfilter aufgegeben“, so Steve Weir, Business Development Manager bei der zuständigen Niederlassung NETZSCH Australia Pty Ltd. Für diese Aufgabe – das Dekantieren des überschüssigen Wassers – wurden bis August 2017 zwei Kreiselpumpen verwendet. Diese wiesen jedoch einige prozessbegrenzende Faktoren auf: Sie besaßen beispielsweise einen hohen NPSHr-Wert, durch den die vorgesehene Durchflussrate nicht präzise eingehalten werden konnte. „In Kreiselpumpen entwickeln sich häufig Kavitationen – also gasgefüllte Blasen, die nicht nur den Wirkungsgrad des Systems senken, sondern auch ein exaktes Dosieren unmöglich machen“, erläutert Weir. „Dies wiederum beschränkte bei der Nutzung der Aggregate in der australischen Kohlemine den Durchsatz des Systems.“ Die Verantwortlichen entschieden sich daher, die bisherigen Pumpen durch andere Modelle zu ersetzen, die das Prozesswasser präziser, zuverlässiger und effizienter ableiten sollen.

 

Herausforderung angenommen

Zu den wesentlichen Anforderungen an die neuen Aggregate gehörten die Eignung zur Förderung von Medien mit Feststoffen, ein Durchfluss von 240 m³/h, ein Druck von 3 bar sowie ein NPSHr Wert von 1,8 m. Ausgewählt wurden schließlich zwei Drehkolbenpumpen der TORNADO® T1-Reihe von NETZSCH in der Baugröße XLB-6/2: Diese erfüllen die Ansprüche des Tagebau-Betreibers nicht nur hinsichtlich Durchfluss, Druck, Förderleistung und Saugbedingungen, sondern verfügen auch über besonders günstige, kompakte Abmessungen. Der entscheidende Vorteil der beiden TORNADO® T1 Pumpen gegenüber dem bisherigen System besteht jedoch darin, dass die beiden selbstansaugenden Verdrängerpumpen eine kontinuierliche präzise Förderung gewährleisten.

Exzellent gelöst

Seit August 2017 sind die beiden TORNADO® T1 Pumpen im Einsatz, um das überschüssige Wasser aus dem Vakuumbehälter zu dekantieren und zum Klärer beziehungsweise zum Verdicker zu fördern. Dort wird das Wasser zurückgewonnen und anschließend in der Kohleaufbereitungsanlage wiederverwendet. Durch den Einsatz der beiden Frequenzumrichter-gesteuerten XLB-6/2-Einheiten wird im Vakuumempfänger nun ein stabiles, niedrigeres Flüssigkeitsniveau erzielt, wodurch dieser mit einem größeren Vakuumraum betrieben werden kann. So entsteht ein zuverlässigeres Vakuum zur Entwässerung der Feinkohle: „Das höhere Vakuum und das gleichmäßigere Vakuumniveau führen zu einem besseren Wirkungsgrad bei der Kohlefeingut-Rückgewinnung“, erläutert Weir.

Angesichts dieses Ergebnisses beurteilt der Minenbetreiber die neuen Drehkolbenpumpen sehr positiv: „Wir sind mit dem Betrieb der Aggregate und der aktuellen Leistung der Anlage sehr zufrieden“, so ein Vertreter des Unternehmens. „Die Investition in dieses System hat sich bereits in den ersten drei Wochen der Betriebszeit amortisiert.“ Es betreibt mehrere Kohlebergwerke in Australien und plant, das Dekantiersystem in mindestens einem der weiteren Betriebe mit NETZSCH Pumpen auszustatten. Zudem soll zusätzlich eine TORNADO® T1 mit freier Welle als Ersatzpumpe angeschafft werden.

 

NETZSCH: Zwei TORNADO® T1 Drehkolbenpumpen in der Baugröße XLB-6/2      

Fördermedium: Wasser-Kohlestaub-Gemisch

Drehzahl: 218 U/min     

Fördermenge: 240 m³/h

Temperatur: 25 °C          

Druck: 3 bar

Viskosität: 5 mPas

NPSHr: 1,8 m