Kleine Biogasanlagen effizient betreiben:
Spezielle Beschickungs- und Homogenisierungstechnik spart Strom und Substrat

Hintergrund:

Durch die Vergütungskürzungen und vor allem die Änderungen an der Förderung der EEG-Novelle, die den Biogas-Boom in Deutschland einst ins Rollen gebracht hatten, ist nun vermehrt der Einsatz abgestimmter Systeme sinnvoll, die Kosten senken helfen und mit wenig Aufwand betrieben werden können. Hierfür werden insbesondere Landwirte, die mit der aktuellen Förderung von Kleinanlagen betroffen sind, angesprochen.  


Aufgabe:

Kern der Biogaserzeugung ist die Fermentation von Biomasse durch spezialisierte Gärungsbakterien. Je besser diese arbeiten können, umso höher ist der Gasertrag – weshalb die Anlagenkonzeption darauf ausgelegt sein sollte, den idealen Lebensraum für die mikrobiellen Helfer zu schaffen. Dazu gehören nach Möglichkeit eine gute Vorzerkleinerung der Substrate, um mehr Angriffsfläche für die Fermentation zu schaffen, eine gründliche Durchmischung des Substrats, damit die Bakterien überall verteilt werden, und eine gleichmäßige Temperierung des Fermenters. Der übliche Biomassemix aus Silage, Pflanzenschnitt, trockenen Bestandteilen wie Hühnerkot und Gülle bietet hierfür jedoch eine eher schlechte Grundlage: Die inhomogene Zusammensetzung schränkt nicht nur die Gärung ein, sie erschwert auch die Beschickung des Fermenters. Häufig werden  Schraubenförderer zur Trockenbeschickung eingesetzt, die zwar jegliches Material transportieren können, aber auch störanfällig, sperrig und schmutzig sind.  

Lösung:

Eine Alternative zum Schraubenförderer stellt die Breibeschickung dar, bei der das Substrat schon vor dem Fermenter homogenisiert, durchmischt und mit Gärbakterien geimpft wird. Die NETZSCH Pumpen & Systeme GmbH hat speziell für diesen Einsatzzweck die NEMO® B.Max®-Mischpumpe entwickelt. Diese basiert auf der bewährten Exzenterschneckentechnologie, bei der sich ein gewendelter Rotor in einem geometrisch darauf abgestimmten Stator dreht. Dabei eröffnen sich gleichförmige Förderkammern, in denen das Medium – unabhängig von seiner Konsistenz – schonend von der Saug- zur Druckseite befördert wird. Zugleich macht die Technik einen separaten Anmaischbottich überflüssig und ermöglicht die Förderung der Biomasse auch über weitere Strecken und Steigungen, so dass man in der Anlagenkonzeption mehr Flexibilität hat. Bei besonders stückigem, faserigem Substrat mit hohem Trockensubstanzgehalt kann zudem noch ein aBP®-Brückenbrecher integriert werden, der Brückenbildungen mittels sich drehender Räder an den Seitenwänden verhindert. Für eine noch höhere Betriebssicherheit – besonders dort, wo sehr grobe Grundstoffe verwertet werden sollen – empfiehlt es sich, vor die Pumpe einen Zerkleinerer zu schalten. Damit lassen sich Störstoffe wie Steine ausschleusen und langfaserige Pflanzenreste zerschneiden, bevor sie zu Schäden und Verzopfungen führen können. NETZSCH hat hierzu den M-Ovas®-Lochscheibenzerkleinerer entwickelt, der aus einem Messerkopf mit Hartmetall-Schneidmessern und einer doppelseitig verwendbaren Schneidplatte aus gehärtetem Stahl besteht. Für Aufgaben mit hohen Fördervolumen, wie die Entleerung von Güllefässern oder die Substratumwälzung, wurde beispielsweise die TORNADO® Drehkolbenpumpe geschaffen. Mit ihrem großen Förderraum und ihrem weiten freien Kugeldurchgang ist sie gegen Verstopfungen weitgehend immun und kann je nach Ausführung bis zu 1.000 m³/h transportieren.

Technische Daten

Ihr Gerät ist zu klein, um diese Tabelle zu zeigen.
NETZSCHNEMO® B.Max® Mischpumpe
MediumGärsubstrat
Fördermenge 70m³/h
Druck48bar

Litrature