Spezielles Drehkolbenpumpendesign steigert die Standzeit der Pumpen bei der Förderung von abrasiven Keramikschlicker um das Sechsfache

Blick hinter die Kulissen
Im keramischen Fertigungsprozess stehen eine Reihe von Formgebungsverfahren zur Verfügung, die sich in die Grundtypen Pressen, plastische Formgebung und Gießen einteilen lassen. Beim keramischen Schlickerguss beispielsweise wird eine wässrige Suspension in eine poröse Form gegossen, die dem Schlicker Flüssigkeit entzieht. Auf diese Weise entsteht eine feste Schicht – der sogenannte Scherben. Zunächst lagern Schlicker und Schamott in Vorlagetanks. Aufgrund des viskosen und abrasiven Mediums wurde bei einem Keramikhersteller für das Befüllen und Umpumpen von Schamott- und Keramikschlicker eine NEMO® Exzenterschneckenpumpe verwendet. Dieses Modell wurde zunächst empfohlen, da die Erfahrungen mit Mineralischen Suspensionen, wie beispielsweise Putzen, Mörtel oder Betonhaftgrund sehr gut waren.


Herausforderung angenommen

Aufgrund der hohen Abrasivität des geförderten Schamott- und Keramikschlickers stellte sich jedoch heraus, dass die Verschleißteile – Rotor und Stator – dennoch alle drei Monate gewechselt und die Wellenabdichtung alle sechs bis acht Monate ausgetauscht werden mussten. Dies ging mit einer langen Servicezeit und entsprechend hohen Kosten einher.

Exzellent gelöst
Um die Effizienz des Systems zu erhöhen, schlug NETZSCH dem Keramikhersteller daher den Umstieg auf eine Pumpe aus der TORNADO® T2-Serie vor: Die Drehkolbenpumpe T.Proc® ist insbesondere auf eine hohe Robustheit und lange Standzeit mit minimaler Abnutzung ausgelegt, so dass sie auch stark abrasive Stoffgemenge problemlos fördern kann. Grundlage dafür ist die, nur von NETZSCH so angebotene, Kombination aus Wirkprinzip und spezieller Werkstoffpaarung: Während sich bei anderen Pumpenherstellern üblicherweise Elastomerkolben in einem Metallgehäuse drehen und so einer hohen dynamischen Belastung ausgesetzt sind, werden hier Drehkolben aus einem besonders robusten gehärteten Stahl verwendet und der Pumpeninnenraum ist mit einem austauschbaren Gummi-Einleger ausgekleidet. Das spiegelt sich in einem entsprechend niedrigeren Verschleiß und einem höheren Wirkungsgrad wider. Der schützende Gehäuse-Einleger aus Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR) lässt sich ganz einfach separat entnehmen und kostengünstig ersetzen. Insgesamt wird bei abrasiven Medien eine sechsfache Standzeit und damit eine erhebliche Kosteneinsparung erreicht. Auch das neuartige Antriebskonzept der TORNADO® T2-Reihe steht ganz im Zeichen langer Standzeiten: Ein doppelseitig gezahnter Riementrieb ersetzt das bisher bei Drehkolbenpumpen meist übliche Gleichlaufgetriebe, das aufgrund seines komplexen Aufbaus anfällig für Störungen und Defekte ist. Im Gegensatz dazu übersteht die neue Antriebstechnik selbst Havarien oder Blockaden ohne größere Schäden. Der doppelseitig gezahnte Riemen dient aber nicht nur zur Kraftübertragung vom Motor auf die Wellen, sondern synchronisiert dabei gleichzeitig die Drehbewegung der Kolben. Diese Doppelfunktion hat den großen Vorteil, dass sie die Antriebskonstruktion insgesamt stark vereinfacht, was die Betriebssicherheit erhöht und zugleich Bauraum einspart. In Verbindung mit dem über dem Pumpenraum angeflanschten Motor ergibt sich so eine der kompaktesten Pumpen auf dem Markt.

 

 

 


Technik

Produkt: NETZSCH TORNADO® T.Proc® Drehkolbenpumpe

Medium: Keramik- und Schamottschlicker

Druck: 4 bis 5 bar

Fördermenge: 15 bis 25 m3/h

 

 


Literatur