Förderung auf FPSO:

NETZSCH liefert alles aus einer Hand und fördert auch anspruchsvolle Medien sicher

Eine Kombination aus Exzenterschneckenpumpen, Drehkolbenpumpen und Schraubenspindelpumpen übernimmt die diversesten Aufgaben auf einer FPSO (Floating Production, Storage and Offloading Unit, also einer schwimmenden Produktions- und Lagereinheit). 

Eine FPSO hat im Vergleich zur klassischen Erschließung von Ölfeldern zahlreiche Vorteile. 

Blick hinter die Kulissen

Wenn neue Öl- oder Gas-Vorkommen erschlossen werden, bedeutet das einen immensen Aufwand: Bohrungen müssen vorbereitet und durchgeführt werden. Bis ein neues Ölfeld ausgebeutet werden kann, können Jahre an Vorbereitung vergehen. Bei Offshore-Quellen entscheiden sich Ölproduzenten heute oft für den Einsatz einer sogenannten FPSO. Sie ist flexibel einsetzbar und lässt sich nicht nur zur Förderung, sondern auch zur Lagerung, Aufbereitung und Verladung des gewonnenen Erdöls oder Erdgases einsetzen. Gerade beim Offshore-Betrieb ist ihr Vorteil, dass teure Pipelines zum Ort der Förderung überflüssig werden. So können auch Felder mit geringer Lebensdauer oder fernab der Küste kosteneffektiv erschlossen werden. Die NETZSCH Pumpen & Systeme GmbH überzeugte mit umfassendem Know-how für die Offshore-Förderung und lieferte diverse Pumpen aus, die exakt zur jeweiligen Anforderung auf der FPSO passen.

Herausforderung angenommen

Für den Einsatz einer solchen flexiblen Produktionseinheit vor der Küste Großbritanniens hat sich im Januar 2018 einer der größten Ölkonzerne der Welt entschieden. Bis zu 45.000 Barrel pro Tag sollen künftig am neuen Standort produziert werden. Da dem Unternehmen gerade angesichts volatiler Ölpreise ein effizienter Betrieb wichtig ist, wurde darauf Wert gelegt, dass der Betrieb auch bei Weltmarktpreisen von unter 40 US-Dollar pro Barrel rentabel sein wird.

Effizienz steht daher bei der Technik im Vordergrund, die auf der Plattform zum Einsatz kommen wird – sowohl bei den primären Aufgaben rund um das Fördern des Öls als auch bei sekundären Prozessen wie der Aufbereitung. Für die Fördertechnik wandte sich der für den Anlagenbau zuständige Partner des Ölkonzerns an NETZSCH Pumpen & Systeme. NETZSCH verfügt nicht nur über umfassende Technik zur Förderung flüssiger Medien, sondern auch über das notwendige Know-how in der Öl- und Gasbranche. „Speziell im Offshore-Bereich können wir punkten – nicht zuletzt, weil NETZSCH das geballte Wissen über die Branche und deren Anwendungen in einem spezialisierten Geschäftsfeld konzentriert, das global präsent ist“, sagt Ulrich Eibl, Leiter des Globalen Geschäftsfelds Öl & Gas Mid-/ Downstream von NETZSCH Pumpen & Systeme in Deutschland.

Außerdem weiß der Experte, dass gerade auf hoher See, wo jeder Reparatureinsatz enorme Kosten mit sich bringt, besonders wartungsarme Technik gefragt ist, die einfach funktioniert, zuverlässig ist und über lange Lebenszyklen verfügt. „Schließlich summieren sich Stillstandzeiten auf einem FPSO schnell auf mehrere Millionen US-Dollar Verlust pro Tag“, führt er aus. Zudem kennt Eibl die Anforderungen an die Dimensionierung. Um Plattformen so effizient wie möglich zu betreiben, wird jeder Platz ausgenutzt. Auch die Fördertechnik muss daher so platzsparend wie möglich ausgeführt werden.

Exzellent gelöst

Drei verschiedene Pumpentypen sind es, die vor der englischen Küste arbeiten werden: Drehkolben, Schraubenspindel sowie Exzenterschnecke – und jedes Modell ist perfekt auf seinen jeweiligen Einsatz hin ausgelegt worden. Die Drehkolbenpumpe TORNADO® T2 T.Proc® wird bei der Reinigung des Marinedieselöls eingesetzt. „Da an einem entfernten Einsatzort wie einem FPSO die Wartung und Reinigung von sämtlichen Komponenten teuer und aufwendig ist, wird der Treibstoff für die Energieversorgung in einem Abscheider gereinigt“, erklärt Eibl. So bleiben Motoren und Tanks sauber und die gleichbleibend hohe Qualität des Treibstoffs ist sichergestellt – eine Praxis, die sich bewährt hat und die auch für eine längere Lebensdauer der Motoren sorgt.

Im Umfeld der Lagertanks des FPSO-Schiffs werden NOTOS®-Schraubenspindelpumpen eingesetzt. „Sicherheit steht für unseren Kunden natürlich an erster Stelle“, betont Eibl. „Um von vornherein auszuschließen, dass in den Lagertanks für Rohöl eine explosionsfähige Atmosphäre entstehen kann, wird aus einem Teil des Schiffsdiesels ein Inertgas hergestellt, welches das Öl in den Tanks überlagert.“ Die dreispindeligen Schraubenspindelpumpen, die den Diesel zur Inertgasherstellung fördern, erfüllen damit eine entscheidende Aufgabe, erklärt Eibl.

In einem ganz anderen Bereich der schwimmenden Plattform kommen schließlich mehrere Exzenterschneckenpumpen des Typs NEMO® zum Einsatz. Als API-Ausführung (American Petroleum Institute) ist die Pumpe ein extrem robuster Alleskönner, der sich universell einsetzen lässt. Auf dem FPSO fördern sie das sogenannte Produced Water. „Dabei kann man nicht von Schmutzwasser im klassischen Sinn sprechen“, erklärt Eibl. „Konkret handelt es sich um 50-60 °C warmes Lagerstättenwasser, das gemeinsam mit dem geförderten Rohöl an die Oberfläche tritt.“ Etwa zwei Kubikmeter pro Stunde pumpt die NEMO® gegen 15 bar Druck bei 240 Umdrehungen pro Minute. Neben Öltröpfchen enthält das Wasser kleinste Gesteinspartikel aus der Formation tief im Meeresboden, Schwefelwasserstoff (H2S) und Chloride. Für die Pumpe heißt das: Es besteht die Gefahr von Abrasion und Korrosion, im Fall einer Leckage bedeutet es sogar, dass toxisches H2S freigesetzt würde. Die NEMO® punktet hier mit ihrer besonderen Verschleißbeständigkeit, die auch bei von Gesteinspartikeln beladenen Medien lange Standzeiten sichert.

TORNADO® Drehkolbenpumpe

  • Medium: Marinedieselöl
  • Förderleistung: 6 m3 pro Stunde
  • Druck: 2,3 bar
  • Temperatur: 15 °C

NOTOS® Schraubenspindelpumpe

  • Medium: Diesel
  • Förderleistung: 0,9 m3 pro Stunde
  • Druck: 25 bar
  • Temperatur: Keine Info

NEMO® Exzenterschneckenpumpe

  • Medium: Produced Water (eine Art Schmutzwasser)
  • Förderleistung: 2 m3 pro Stunde
  • Druck: 15 bar
  • Temperatur: 50-60 °C

 

Die FPSO ist flexibel und kann zur Lagerung, Verarbeitung und Verladung des geförderten Rohöls oder Erdgases sowie zum Pumpen verwendet werden.

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