Verdreifachung der Standzeit:

xLC® Stator-Einstellsystem erlaubt situationsspezifische Anpassung bei der NEMO® Exzenterschneckenpumpe

Blick hinter die Kulissen
Der Dickschlamm einer Kläranlage, der nach der Zentrifuge anfällt, soll mit einem Druck von 7 bar zur Schlamm-Desintegration in einen Zwischentank gefördert werden. „Da der Feststoffanteil bei über 8 Prozent liegt, ist der Verschleiß erwartungsgemäß bei dieser Anwendung sehr hoch“, so der Klärmeister. „Auch die spezielle Beschaffenheit des Mediums spielt dabei eine Rolle: Es sind Eisen- und Aluminiumsalze aus dem Tertiärschlamm und – wegen des im Ort ansässigen Industriewerks – auch Eisen enthalten.“

Herausforderung angenommen
Bei der Anschaffung einer neuen Pumpe legten die Verantwortlichen besonderen Wert darauf, dass das Aggregat eine hohe Zuverlässigkeit und lange Lebensdauer aufweist sowie besonders einfach zu warten ist.

Exzellent gelöst
Die Wahl fiel auf die servicefreundliche FSIP®-Ausführung der NEMO® Exzenterschneckenpumpe von NETZSCH. Deren Design zeichnet sich durch einen speziellen Inspektionsdeckel aus: Eine große Wartungsöffnung ist am Übergang vom Pumpengehäuse zum Stator platziert, sodass man durch das Abnehmen des Deckels Zugang zur Schalenkupplung erhält. „Hier reicht es, eine Schraube zu lösen, um das Rotor-Stator-Element von der Kuppelstange zu trennen“, so Mikael Tekneyan, Entwicklungsingenieur bei NETZSCH. „Anschließend lässt sich die rotierende Einheit mit dem Rotor-Stator-Element einfach herausheben. Der Pumpeninnenraum ist nun von Flansch zu Flansch frei zugänglich. “Somit lassen sich alle verschleißenden Teile der Exzenterschneckenpumpe auswechseln, ohne dass sie aus der Rohrleitung gebaut werden muss. Da alle Teile seitlich oder nach oben entnommen werden, wird für den Ausbau auch kein zusätzlicher Platz benötigt.

Dreifache Standzeit mit dem xLC® Stator-Einstellsystem erreicht
Darüber hinaus verfügt die eingesetzte Pumpe über das neu entwickelte xLC® Stator-Einstellsystem, das es erlaubt, den iFD-Stator® 2.0 nachzustellen und so dessen Lebensdauer deutlich zu verlängern. Durch den Einsatz dieser zusätzlichen Komponen-te kann die Pumpe über die bisherige Standzeit von etwa 8.000 Betriebsstunden hinaus weitere 16.000 Betriebsstunden arbeiten, bevor ein Austausch des Stators notwendig wird. Die Funktion des xLC® Systems basiert auf der bewährten Technologie des iFD Stators 2.0. Der iFD-Stator® ist ein duales System, in dem der Aluminiummantel und das Elastomer separiert bleiben. Das Gehäuse ist der Länge nach zweigeteilt und der Elastomereinleger lässt ich einfach herausnehmen. Da sich die Vorspannung des Elastomers zum Rotor erst beim Festziehen der Spannstangen einstellt, lässt sich das Elastomerteil leicht auf den Rotor auf-schieben. Erst durch das axiale Zusammenpressen beim Zusammenbau der Pumpe erhält es die optimalen Maße für den Betrieb. Ein definierter Anschlag sorgt beim Festziehen der Spannstangen am Gehäuse für eine gleichmäßige Vorspannung und eine zuverlässige Dichtlinie. Die xLC®- Einheit greift am Bund des Elastomerteils an erlaubt dieses zu ziehen oder zu drücken. Durch axiale Stauchung des Statorelastomers ist es möglich, Verschleißerscheinungen im Rotor-Stator-System zu kompensieren und dessen Leistungsfähigkeit wieder herzustellen. So funktioniert‘ s: Wird aufgrund eines Leistungsabfalls der Pumpe eine Nachjustierung des Stators notwendig, stellt man über nur 2 Verstellmuttern das System nach und verpresst dadurch den Elastomereinleger in dem Metallgehäuse ein weiteres Mal mit dem Rotor. Eine Skala mit sieben definierten Anschlagspunkten erleichtert eine schrittweise Nachstellung des Stators und zeigt gleichzeitig das verbleibende Potential bis zum Statorwechse an.


Technik

Produkt: NETZSCH FSIP®-Ausführung der NEMO® Exzenterschneckenpumpen

Medium: Dickschlamm mit Feststoffanteil bei über 8 %

Förderleistung: 20 - 30 m³ / h bei 7 bar


  • Die xLC® - Einheit beruht auf dem iFD-Stator® 2.0
  • Seine Trennung von Elastomer und Mantel ermöglicht die komfortable Nachstellung des Stators
  • Axiales Verpressen des Elastomers verbessert die Dichtlinie
  • Verbesserte Dichtlinie - bessere Förderleistung

Literatur