Neues Verfahren zur Sofort-Reparatur von Fahrbahnschäden:

Exzenterschneckenpumpe gewährleistet effiziente Förderung von kaltem Asphalt

Blick hinter die Kulissen
Laut ADAC fanden sich im September 2018 allein auf deutschen Autobahnen 538 Baustellen, die für Staus und Zeitverluste sorgten. Doch nicht jede Sperrung muss lange dauern: Um bei kleineren Fahrbahnschäden die Straßen möglichst schnell wieder für den Verkehr freigeben zu können, hat ein niederländisches Unternehmen eine spezielle Technologie entwickelt. Hierbei wird ein schnell härtender Reparatur-Asphalt auf Kunstharzbasis direkt vor Ort auf einem speziellen Fahrzeug angemischt und aufgebracht. Der große Vorteil dieser Methode: Der Belag ist schon nach deutlich weniger als einer Stunde befahrbar.

Herausforderung angenommen
„Um den Spezialmörtel gebrauchsfertig zu machen, wird direkt vor Ort auf einem speziellen Fahrzeug kalter Asphalt aus einem Tank mit Rührwerk zu einem statischen Mischer transportiert und durch diesen gepumpt“, erklärt Max Waser, Vertriebsmitarbeiter bei NETZSCH Pompen Nederland. „Danach schaufelt das gleiche Fahrzeug Kies aus einem Reservoir über den kalten Asphalt.“ Für den ersten Schritt, die Förderung des Gemischs aus Harz, Sand und Silbersand, wurde bis zum April 2018 eine Drehkolbenpumpe genutzt, die mit Drehzahlen von etwa 250 bis 300 Umdrehungen pro Minute betrieben werden musste und aufgrund des sehr abrasiven Mediums einen hohen Verschleiß aufwies. „Betroffen waren besonders die Elastomer-Kolben, sie mussten zuletzt alle zwei bis drei Wochen von dem Spezialisten für den Straßenbelag ausgetauscht werden, so dass das Fahrzeug häufig außer Betrieb war“, so Waser.

Exzellent gelöst
Daher entschieden sich die Verantwortlichen, die bisherige Drehkolbenpumpe durch eine, für diese Anwendung besser geeignete Exzenterschneckenpumpe mit niedrigerer Pulsation und dadurch geringerem Verschleiß auszutauschen.
Die Wahl fiel auf eine NEMO® Exzenterschneckenpumpe von NETZSCH: Aufgrund ihres Verdrängerprinzips, das eine schonende Förderung mit wenig Scherwirkung und Pulsation erlaubt, eignet sich dieser Pumpentyp besonders gut für die Anwendung auf dem Reparaturfahrzeug, um den kalten Asphalt, der eine Temperatur von 20 °C und eine Viskosität von 7.000 bis 10.000 mPas aufweist, zu fördern.
„Wir haben für den Kunden ein möglichst großes Pumpenmodell gewählt, das den Platz auf dem Fahrzeug optimal ausnutzt und gleichzeitig eine möglichst niedrige Rotation gewährleistet“, erläutert Waser. „Wir konnten auf diese Weise Werte von etwa 50 bis 75 Umdrehungen pro Minute erreichen, also eine besonders langsame und präzise Förderung.“ Dennoch ließ sich die Fördermenge der Pumpe bei dieser Drehzahl auf 1 m³/h verdoppeln.

Seit April 2018 ist die NEMO® Exzenterschneckenpumpe nun bei dem niederländischen Spezialisten im Einsatz. Sie fördert bei einem Druck von 5 bar 1 m³ des Harz-Sand-Silbersand-Gemischs pro Stunde. Dank der Edelstahlkomponenten und den EPDM(Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk)-Elastomerteilen funktioniert das Aggregat bislang problemlos. Dass es im Unterschied zum Vorgängermodell störungsfrei arbeitet, wirkt sich nicht nur positiv auf die Betriebszeiten der Maschine aus, sondern sogar auch auf die Aushärtungszeit des Reparatur-Asphalts: „Werden die Komponenten des Mediums kontinuierlich gut miteinander vermischt, was durch die Schneckenflügel der Kuppelstange unterstützt wird, benötigt der Mörtel nicht mehr so lange, um durchzutrocknen. Die Straße kann also noch früher für den Verkehr freigegeben werden“, erklärt der Ingenieur Max Waser.


Technik

Technik

NETZSCH: NEMO® Exzenterschneckenpumpe SY-Modell

Fördermedium: Harz-Sand-Silbersand-Gemisch

Drehzahl: etwa 50 bis 75 Umdrehungen pro Minute, für eine besonders langsame und präzise Förderung

Fördermenge: 1 m³/h

Temperatur: 20 °C

Druck: 5 bar

Viskosität: 7.000 bis 10.000 mPas


Literatur

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